Alberto Castillo

Alberto Castillo

Alberto Castillo (1914–2002), geboren als Alberto Salvador De Lucca in Buenos Aires, war eine der charismatischsten und populärsten Stimmen des Goldenen Zeitalters des argentinischen Tangos. Bekannt als „el cantor de los cien barrios porteños“ („der Sänger der hundert Viertel von Buenos Aires“), wurde er berühmt für seine dramatische Phrasierung, seine starke Bühnenpräsenz und seine enge Verbindung zum Publikum und zu den Tänzern.

Ursprünglich studierte Castillo Medizin und arbeitete als Gynäkologe, bevor er sich vollständig der Musik widmete. Seinen großen Durchbruch hatte er 1941 mit dem Orchester von Ricardo Tanturi, mit dem er zahlreiche bedeutende Aufnahmen einspielte, darunter „Recuerdos“, „Noches de Colón“, „La copa del olvido“ und „Esta noche me emborracho“. Diese Aufnahmen gelten bis heute als einige der tanzbarsten und bekanntesten Tangos der 1940er Jahre.

Castillo spielte außerdem eine wichtige Rolle bei der Popularisierung afro-rioplatensischer Rhythmen im Tango, insbesondere durch Candombes wie „Charol“, „Café“ und „Siga el baile“. Sein energischer und theatralischer Interpretationsstil, seine markante Haltung mit geneigtem Mikrofon, Schal und offenem Hemdkragen wurden zu Ikonen der argentinischen Populärkultur.

Neben seiner musikalischen Karriere wirkte Castillo in fast zwanzig argentinischen Filmen der 1940er und 1950er Jahre mit und blieb bis zu seinem Tod eine verehrte Persönlichkeit des kulturellen Lebens Argentiniens. Seine Stimme, seine Persönlichkeit und sein rhythmisches Gespür machen ihn bis heute zu einem der bedeutendsten Sänger des klassischen argentinischen Tangos.

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