Anibal Troilo

Aníbal Troilo, allgemein bekannt als Pichuco – 14. Juli 1914 - 19. Mai 1975

war ein renommierter argentinischer Bandoneonist, Komponist und Orchesterleiter. Er wird als einer der größten Bandoneon-Spieler gefeiert und ist bekannt für seinen raffinierten, authentischen und unprätentiösen Stil, der Troilo selbst zu einer der emblematischsten und geliebtesten Figuren des argentinischen Tangos macht.

Geboren in Buenos Aires, wuchs Troilo im Arbeiterstadtteil Almagro auf, wo er sich zum ersten Mal in den Klang des Bandoneons verliebte. Seine Leidenschaft für das Instrument führte dazu, dass er schon in jungen Jahren zu spielen begann, und schließlich gründete er 1937 sein eigenes Orchester. Im Laufe seiner Karriere trat Troilo an verschiedenen Orten auf, darunter Theater, lokale Clubs, und unternahm sogar internationale Reisen in Länder wie Uruguay, die Vereinigten Staaten und Spanien.

Troilos Orchester war bekannt für seine herausragenden Musiker, darunter legendäre Persönlichkeiten wie Orlando Goñi, José Basso, Alfredo Gobbi und Astor Piazzolla. Die Qualität der Sänger, die mit dem Orchester auftraten, war ebenfalls hervorragend und trug zu seinem einzigartigen und bezaubernden Klang bei.
Sein Orchester umfasste außergewöhnliche Sänger wie Alberto Marino, Floreal Ruiz, Raúl Berón, Edmundo Rivero und Francisco Fiorentino, letzterer trug vielleicht zum repräsentativsten Klang des Orchesters bei.

Als Bandoneonist galt Troilo als Pionier und schuf einen Stil, der rein, emotional reich und magisch war. Seine Kompositionen waren melodiös und frisch und er arbeitete oft mit renommierten Dichtern wie Enrique Cadícamo, José María Contursi, Homero Expósito und Cátulo Castillo zusammen.

Parallel zu seiner Arbeit mit dem Orchester hatte Troilo eine besondere Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Roberto Grela, was zu einigen seiner besten Bandoneon-Aufführungen führte. Ihre Aufnahmen wurden zu Klassikern und bleiben eine wichtige Referenz für Tangoliebhaber und Musiker gleichermaßen.

Aníbal Troilos Vermächtnis im Tango ist unermesslich und sein Einfluss auf das Genre inspiriert weiterhin Musiker und Publikum auf der ganzen Welt. Er widmete sein Leben dem Tango und hinterließ ein reiches Repertoire an Meisterwerken, darunter "La última curda", "Desencuentro", "Toda mi vida", "Pa' que bailen los muchachos", "Sur" und viele andere. Als Dirigent und Komponist spielte er eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Tangomusik und hinterließ eine unvergessliche Spur in ihrer Geschichte.

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